Jetzt kommen die Kunden zu Wort: Unsere Success Story mit STÖCKEL Werkzeugmaschinen GmbH – Teil 2

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Im ersten Teil unserer Success Story haben Sie die STÖCKEL GmbH als unseren langjährigen Kunden und unsere Zusammenarbeit bereits kennengelernt. Der  zweite Teil widmet sich nun voll und ganz den Besonderheiten von Granit als Werkstoff im Maschinenbau – seien Sie gespannt.

"Wir bauen hochpräzise Maschinen. Hochpräzise bedeutet, dass die Basis für die Maschine stimmen muss. Dafür ist Granit als Werkstoff hervorragend geeignet.“ (Felix Kämpfer)

 

Christopher Reitz: Hallo Felix und herzlich willkommen zurück zum zweiten Teil der REITZ-Stöckel-Episode des REITZ Tec Blogs. In Teil eins haben wir gemeinsam über die langjährige Zusammenarbeit gesprochen und die Vorteile von Granit. Nun wollen wir über Granit im Sondermaschinenbau sprechen – nenn uns doch mal hier bitte ein paar Beispiele.

 

Felix Kämpfer: Genau – ich habe beim letzten Mal schon angedeutet, dass wir in der Lage sind, Maschinen immer kundenspezifisch aufzubauen, auch durch den Einsatz von Granit. Zum Beispiel war da mal dieser Kunde, der eine Maschine benötigte, die dafür ausgelegt war, besonders hohe und schwere Bauteile zu bearbeiten. Für uns ist das schon machbar, die Maschine mal einen halben Meter höher zu konstruieren oder auf ein Bauteilgewicht von sieben bis acht Tonnen auszulegen. Dabei müssen wir natürlich unkonventionell konstruieren. So muss vielleicht ein anderes Führungssystem eingeplant werden, aber auch das ist mit Granit wirklich hervorragend machbar. Das ermöglicht es uns einfach, Maschinen immer genau auf spezifische Anforderungen anzupassen.

Ein anderer Kunde hatte zum Beispiel eine spezielle Bauteil-Geometrie, die an mehreren Seiten bearbeitet werden musste. Da können wir dann Zusatzspindeln verwenden. Das ist alles durch die freie Gestaltbarkeit machbar und dadurch, dass wir beim Maschinenkonzept immer wieder bei null anfangen, sehr gut zu realisieren. Ein weiterer Vorteil ist dabei, dass wir oder die Firma REITZ in der Lage sind jede Fläche auf das µ genau zu läppen. Das heißt, auch wenn ich an beliebiger Stelle Anschraubflächen benötige oder eine besonders präzise Führung, ist das alles kein Problem. So erreichen wir auch immer Geradheit in den geläppten Führungen von einem µ pro Meter und teilweise auch Ebenheiten von zwei µ pro Quadratmeter.

 

Christopher Reitz:  Ihr fragt gelegentlich höhere Gewichte bei uns an, die gut für größere Maschinenbetten und Traversen geeignet sind. Das heißt auch, wie ich jetzt anfangs rausgehört habe, die Maschinen müssen dann auch schwingungsdämpfend sein, richtig? 

 

Felix Kämpfer: Genau – das ist auch ein Vorteil des Granits. Zum einen durch die Bauteileigenschaft oder die Werkstoffeigenschaft, zum anderen aber auch allein durch das hohe Gewicht, was in der Maschine verbaut wird. Ein weiterer Vorteil, der auch etwas mit Schwingungen zu tun hat, ist die niedrige Eigenspannung im Material. Das hilft uns bei den Maschinen, weil über eine längere Zeit kein Verzug im Maschinenbau stattfindet. Der Granit ist schon Jahrmillionen gealtert. Das heißt, er ist von Natur aus nahezu ohne Eigenspannung. Bei einem Bett, was abgegossen wurde oder geschweißt ist, habe ich viel mehr Eigenspannung, die sich über die Zeit abbaut. Dadurch kann es sein, dass die Maschine sich verzieht. Wenn das auch nur im Mikrometerbereich ist, dann ist es trotzdem nachteilig für eine solche Schleifmaschine, die genau arbeiten muss. Und das passiert bei Maschinenbetten aus Granit eben nicht, sondern die stehen wirklich frei auf Maschinenfüßen und müssen auch nicht zurecht gezogen werden, sondern können eigentlich ihre komplette Lebensdauer frei auf verstellbaren Maschinenfüßen stehen.

 

REITZ Tec Video Blog 07_03-1

 

Christopher Reitz: Perfekt. Jetzt haben wir von ganz vielen Vorteilen gesprochen. Es gibt allerdings auch Nachteile, die wir unseren Zuhörern und Zuschauern nicht verschweigen wollen. Kannst du uns dafür auch mal ein paar Beispiele geben?

 

Felix Kämpfer: Wie du sagst, die Welt ist nicht perfekt, es gibt keinen perfekten Werkstoff. Wenn ich ein geschweißtes oder gegossenes Bett habe, ist es häufig hohl und verrippt. Beim Granit ist es tatsächlich so, dass die Blöcke immer sehr massiv sind. Dadurch wird die Maschine sehr stabil und steif, sie wird aber auch sehr schwer. Das heißt, man benötigt vielleicht für eine größere Maschine einen Sondertransport. Die Maschinengewichte gehen bis zu 50 Tonnen und das ist dann natürlich für den Transport schon ein erhöhter Aufwand, bis die Maschine dann mal beim Kunden ist. Ich kann eine solche Maschine natürlich dann auch nicht vielleicht unterkellert stellen, das heißt, der Boden muss schon stabil genug sein, um das Gewicht aufnehmen zu können.

 

Christopher Reitz: Danke für die super Infos, die auch für unsere Zuhörer essenziell sind. Jetzt habe ich noch einen wichtigen Punkt. Wir sind in unserem vorigen Videoblog auf Nachhaltigkeit mit unserem Naturwerkstoff Granit eingegangen. Ist das auch für euch heutzutage ein Vorteil?

 

Felix Kämpfer: Das ist auf jeden Fall ein Vorteil bei der Verwendung von Granit für Maschinen. Jeder Granitblock, der für den Maschinenbau verwendet wird, ist natürlich der Natur entnommen, wie nahezu jeder Rohstoff. Und auch da fallen größere Energiemengen an, um den Block zurecht zu sägen und um ihn zu transportieren. Die Energien sind aber noch wesentlich geringer als zum Beispiel bei der Verwendung von Stahl oder Guss-Werkstoffen. Dabei werden noch viel größere Mengen abgebaut. Diese müssen dann in viel temperaturintensiveren Prozessen erst mal zum Rohwerkstoff verarbeitet und dann noch mal abgegossen werden. Das heißt, hier sind wir beim Granit schon im Vorteil. Ein anderer Vorteil, was die Lebensdauer der Maschine angeht, ist, dass der Granit eben nicht rostet und keinem Verzug unterliegt.

Du sagtest schon, euer Produkt wird nicht schlecht. Dadurch habe ich ein wirklich langlebiges Maschinenbett, das nicht korrodiert. Wir versuchen, das bei unseren Maschinen maximal auszunutzen und den Effekt zu verstärken, indem wir in den Granit-Maschinen nahezu ausschließlich auf Edelstahl bei der Verkleidung setzen, was eben auch keine Korrosion unterliegt. Und so kann der Kunde seine Maschine maximal lange nutzen, weil natürlich auch die Verwendung von einem Produkt eigentlich entscheidend zur Ökobilanz beiträgt.

 

Christopher Reitz: Das ja eigentlich nicht so gut für euch und auch nicht für uns.

 

Felix Kämpfer: Du hast recht, wir verkaufen dadurch vielleicht die eine oder andere Maschine weniger, weil der Kunde länger was davon hat. Aber das ist eigentlich das, worum es geht, dass der Kunde eine langlebige, genaue Maschine hat.

 

Christopher Reitz: Wenn unser Kunde zufrieden mit unserem Granit ist, sind wir es auch. Auch wenn es vorerst nur für ein Projekt ist und er erst nachfünf Jahren wiederkommt. Felix, jetzt noch mal präzise auf den Punkt gebracht – mach doch mal eine kleine Zusammenfassung unserer zwei Episoden für die Zuhörer und Zuschauer, wo es bei euch als Werkzeugmaschinen-Hersteller und bei Granit als Werkstoff genau darauf ankommt.

 

Felix Kämpfer: Wie ich eingangs bereits sagte: Wir bauen hochpräzise Maschinen. Hochpräzise bedeutet, dass die Basis für die Maschine stimmen muss. Dafür ist Granit als Werkstoff hervorragend geeignet. Die natürlichen Eigenschaften des Materials bieten optimale Voraussetzungen, die uns das Läppen per Hand ermöglichen. Es heißt aber auch, dass ich über eine lang ausgelegte Verwendungsdauer eine Maschine benötige, die nicht an Präzision verliert. Die Maschine sollte sich im besten Fall also nicht durch Temperatureinflüsse verformen. Darüber hinaus sollte sie sich auch nicht durch Eigenspannungen verformen. All das ist bei der Verwendung von Granit gegeben und versetzt uns in die Lage hochpräzise und langlebige Maschinen zu bauen.

 

Christopher Reitz: Super auf den Punkt gebracht. Ich denke, jetzt haben wir alle Aspekte besprochen. Für unsere Zuhörer wird das ein sehr spannendes Thema gewesen sein. Ich bedanke mich recht herzlich, dass du dir die Zeit für uns genommen hast. Wir blenden unten deine Kontaktdaten ein, dass die Zuschauer auf euch zukommen können und werden noch mal ein paar Fotos eurer schönen Produkte zeigen. Vielen Dank.

 

Felix Kämpfer: Auch von meiner Seite nochmals vielen Dank, dass ich hier sein durfte.

 

Christopher Reitz: Der REITZ TEC Videoblog macht jetzt eine kurze Sommerpause und wir werden Sie über Social Media und Newsletter, die Sie gerne abonnieren können, informieren, wann es weitergeht. Bis dahin bleiben Sie gesund und haben einen schönen Sommer. Auf Wiedersehen und -hören.

 

 

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Geposted von Jannike Reitz am 05.09.2022

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